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EP3: Basistechnologien für Zerlege-Assistenzsysteme im Lebensmittelbereich

Exploratives Projekt

Unternehmen der fleischverarbeitenden Industrie erleben seit einigen Jahren einen anhaltenden Fachkräftemangel, besonders im Bereich der Feinzerlegung. Im Vergleich zur Grobzerlegung, welche bereits zu weiten Teilen über automatisierte Anlagen durchgeführt wird, wird die Feinzerlegung weiterhin vordergründig in manueller, handwerklicher Arbeit erledigt. Aufgrund des Mangels an Fachkräften setzen Unternehmen hier vermehrt auf die Beschäftigung von ungelerntem Personal. Die Einarbeitung neuer Arbeitskräfte erweist sich jedoch im Allgemein als schwierig: Durch die hohe kulturelle Vielfalt der einzuarbeitenden Arbeitskräfte ergeben sich große sprachliche Barrieren, wodurch die Kommunikation zwischen den Beschäftigten und damit auch die Vermittlung des erforderlichen Wissens erschwert werden.

Langfristig ergibt sich bei den Unternehmen hierdurch ein Bedarf für digitale Lösungen, welche die Einarbeitung von neuen Arbeitskräften unterstützen und vorhandenen Problemen wie etwa den sprachlichen Barrieren engegenwirken. Einen vielversprechenden Ansatz für die Realisierung derartiger Einarbeitungssysteme bieten digitale Assistenzsysteme, die für die Unterstützung industrieller Montage- und Wartungstätigkeiten entwickelt wurden. Diese Systeme auf Basis stationärer oder mobiler Augmented-Reality (AR) Technologien ermöglichen es, relevante text- oder bildbasierte Informationen sowie virtuelle Markierungen direkt in das Sichtfeld bzw. den Arbeitsbereich einzublenden um interaktive Anleitungen zu generieren.

Im Explorativprojekt 3 sollen diese Assistenzsystemlösungen auf ihre Übertragbarkeit und Anwendbarkeit für die Einarbeitung und Weiterbildung von Arbeitskräften im Bereich der Feinzerlegung hin untersucht werden. Ziel des Projektes ist die Realisierung eines Assistenzsystems, das die interaktive Vermittlung von Schnittführungen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade ermöglicht und gleichzeitig die bestehenden Probleme wie sprachliche oder kulturelle Barrieren abmildert. Hierdurch soll die Einarbeitung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich der Feinzerlegung langfristig gesichert werden.

Nutzen für die Technische Hochschule OWL
Durch die Kooperation des ILT.NRW und des inIT wird die interdisziplinäre Forschungsstärke der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe gefestigt und weiter ausgebaut. Gleichsam wird der Transfer von Forschungs- und Entwicklungsleistungen in die Region durch die Kooperation mit der Firma Tönnies intensiviert und trägt somit positiv zur Profilbildung des Forschungsstandortes Lemgo bei. Darüber hinaus stellt die Erschließung eines neuen Forschungsfeldes, welches sich aus beschriebener Kooperation ergibt, ein strategisch wichtiges Ziel dar.

Nutzen für die Praxispartner und weitere Dritte
Das angedachte Assistenzsystem soll sowohl für anzulernende Personen als auch für Trainingszwecke für erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verwendet werden. Die Einsparung von unnötigen Ausschüssen ist dabei genauso maßgebend wie verkürzte bzw. ressourcenschonendere Schulungs- und Anlernzeiten. Die Systeme lassen sich zudem mit geringem Aufwand um zusätzliche Trainingsszenarien erweitern und auf andere Tätigkeitsfelder abbilden, wodurch eine branchenübergreifende Anwendung ermöglicht wird.


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